Juda bat darum, dass Benjamin nach Hause gehen dürfe, und Josef konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er bat die ägyptischen Diener, zu gehen. Dann weinte Josef vor seinen Brüdern und sagte: "Ich bin Josef! Ich bin euer Bruder! Ist Vater noch am Leben?" Die Brüder waren schockiert und ängstlich und konnten nicht sprechen. Josef bat sie sanft, näher zu kommen, und sagte ihnen, dass sie keine Angst haben müssten. Obwohl sie ihn einst nach Ägypten geschickt hatten, hatte Gott während der Hungersnot für Rettung gesorgt, damit die Familie überleben konnte. Josef umarmte Benjamin und dann seine Brüder. Als der Pharao die Nachricht hörte, lud er Josefs ganze Familie ein, nach Ägypten zu kommen. Josef bereitete Geschenke, Essen und Wagen vor, damit die Brüder ihren Vater holen konnten. Als Jakob hörte, dass Josef am Leben war, wurde sein Herz gestärkt, und er beschloss, mit seiner Familie nach Ägypten zu gehen, um Josef wiederzusehen.
Josef tat nicht so, als wäre das, was seine Brüder früher getan hatten, unwichtig. Als er ihre Angst sah, tröstete er sie mit sanften Worten und erklärte ihnen, dass Gott während der Hungersnot einen Weg vorbereitet hatte, die ganze Familie zu retten. Vergeben bedeutet nicht, dass eine Verletzung keine Rolle spielt, und auch nicht, ein Kind dazu zu drängen, eine Beziehung schnell wiederaufzunehmen. Vergeben heißt, den Groll Gott anzuvertrauen und sich für Barmherzigkeit zu entscheiden, wenn es sicher und angemessen ist. Wenn dich jemand schwer verletzt oder du noch Angst hast, musst du es einem Erwachsenen sagen, dem du vertraust. Wir können von Josef lernen: Mit Gottes Hilfe lassen wir uns nicht vom Groll beherrschen, sondern begegnen anderen mit Weisheit und Liebe.
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