Da Naomi Gottes Plan erkannte, beschloss sie, Vorkehrungen für Ruts Zukunft zu treffen. Sie erzählte Rut, dass Boas ihr naher Verwandter sei, der das Recht und die Verantwortung habe, den Besitz von Elimeleks Familie einzulösen und Rut zu heiraten, um für Nachkommen für den verstorbenen Mann zu sorgen. Naomi wies Rut an, sich zu baden, Parfüm aufzutragen und, nachdem Boas gegessen und sich hingelegt hatte, leise zur Tenne zu gehen, seine Füße zu bedecken und sich dort hinzulegen. Rut vertraute voll und ganz auf die Weisheit ihrer Schwiegermutter und tat dies. Um Mitternacht wachte Boas auf und war erschrocken, als er jemanden zu seinen Füßen liegen sah. Rut gab sich zu erkennen und bat Boas, sie mit seinem Gewand zu bedecken, was bedeutete, dass sie ihn bat, die Pflicht einer nahen Verwandten zu erfüllen und sie zu erlösen. Boas war zutiefst gerührt und lobte Ruts Charakter. Er sagte, sie habe sich nicht um junge Männer bemüht, ob arm oder reich, sondern den Weg des Gehorsams gegenüber dem Gesetz gewählt. Boas erklärte Rut, dass es in der Tat einen Verwandten gäbe, der ihm näher stünde und das Recht hätte, sie zu erlösen, aber er versprach, dass er es tun würde, wenn diese Person nicht bereit wäre, sie zu erlösen. Vor Sonnenaufgang ließ Boas Rut mit sechs Seah Gerste weggehen, damit niemand erfuhr, dass sie zur Tenne gekommen war. Rut kehrte zu ihrer Schwiegermutter zurück und erzählte ihr alles, was geschehen war. Naomi tröstete sie, sie solle geduldig abwarten, denn Boas würde sich sicher noch am selben Tag um die Angelegenheit kümmern.
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