Nachdem Jesus sein Gebet in Gethsemane beendet hatte, kam Judas mit einer großen Schar von Soldaten, die Fackeln, Schwerter und Keulen trugen. Judas hatte sich heimlich bereit erklärt, Jesus mit einem Kuss zu identifizieren. Er trat lächelnd vor und sagte: "Sei gegrüßt, Lehrer", und küsste ihn auf die Wange. Das war kein Gruß, sondern ein Verrat. Jesus schaute Judas an und sagte sanft: "Freund, tu, was du tun wolltest." Selbst im schmerzlichsten Moment nannte er den, der ihn verraten hatte, immer noch seinen "Freund". Als Petrus sah, wie die Soldaten Jesus ergriffen, zog er impulsiv sein Schwert und hieb einem Diener das Ohr ab. Jesus rief ihm zu: "Steck dein Schwert wieder an seinen Platz! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert sterben." Dann streckte er sanft die Hand aus, berührte das Ohr des Mannes und heilte es. Jesus sagte zu den Jüngern: "Meint ihr, ich könnte nicht zu meinem Vater beten, und er würde nicht mehr als zwölf Legionen von Engeln schicken? Wie soll denn dann die Schrift erfüllt werden?" Die Jünger hatten solche Angst, dass sie alle flohen. Die Soldaten banden Jesus die Hände fest und führten ihn durch die Nacht zum Haus des Kaiphas, des Hohenpriesters. Petrus und Johannes folgten leise in einiger Entfernung, ängstlich, aber unwillig, ihn zu verlassen. Die Nacht war dunkel und still. Nur Jesus, der gute Hirte, der den Frieden dem Schwert vorzog und dem Leiden mutig begegnete, ging Schritt für Schritt, ruhig und beständig, um die Erlösung zu erfüllen, die von Anfang an für uns vorgesehen war.
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