Die Mauer Jerusalems wurde von Tag zu Tag höher, weil die Menschen zusammenarbeiteten, Steine schleppten und Mörtel auftrugen. Aber einige Familien in der Stadt waren nicht glücklich. Sie hatten nicht genug zu essen, und sogar ihre Felder und Häuser waren verpfändet worden. Die Menschen kamen weinend zu Nehemia und baten um Hilfe. Nehemia hörte sich jedes Wort genau an, und sein Herz war tief traurig und wütend. Wie konnte das Volk Gottes einander nur so behandeln? Nachdem er gründlich nachgedacht hatte, beschloss er, die Dinge mit Gerechtigkeit zu regeln. Am nächsten Tag rief Nehemia die wohlhabenden Adligen und Herrscher zu sich. Mit sanfter, aber fester Stimme sagte er: "Was ihr tut, ist nicht richtig! Ihr sollt nicht von Brüdern und Schwestern nehmen, die ohnehin schon arm sind." Dann berief er eine große Versammlung ein und forderte die Herrscher auf, die Häuser und Felder, die sie genommen hatten, zurückzugeben und füreinander zu sorgen. Die Herrscher verneigten sich, versprachen, alles zurückzugeben, und legten ihr Versprechen vor Gott ab. Später hielten sie ihr Wort und gaben Häuser, Gärten und Lebensmittel zurück, und die Kinder lächelten wieder. Auch Nehemia gab ein schönes Beispiel. Obwohl er Statthalter war, nahm er das ihm zustehende Gehalt nicht an. Stattdessen lud er mit seinen eigenen Lebensmitteln viele Menschen an seinen Tisch ein. Die Menschen in der Stadt begannen, sich gegenseitig zu helfen; Reiche und Arme arbeiteten Schulter an Schulter an der Mauer, Nachbarn teilten sich das Essen, und Kinder spielten zusammen. Diese Geschichte zeigt uns, dass ein wahrer Anführer den Schmerz der Menschen anhört, Gottes Gerechtigkeit einsetzt, um Unrecht zu korrigieren, und zuerst ein demütiges, selbstloses Beispiel gibt. Wenn Menschen einander mit Fairness und Freundlichkeit behandeln, wird die Mauer stark, und die Güte und Gerechtigkeit in ihren Herzen werden noch stärker.
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